Impfen in RLP
Landesweite Impfangebote einheitlich organisiert
Als das damalige Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie (MSAGD) das Krebsregister Rheinland-Pfalz im Herbst 2020 mit dem Aufbau einer Terminregistrierung, der Einrichtung von Impfzentren und einer Dokumentation für die Corona-Impfungen beauftragte, war die Pandemiesituation geprägt von Verunsicherung, gesellschaftlichen Druck und geringer Planbarkeit.
Das Ziel: Die begrenzten Ressourcen Zeit und Impfstoff effizient nutzen, um möglichst viele Menschen, möglichst schnell zu impfen. Aus diesem Grund setzte die heutige Public Health RLP von Beginn an auf digitale und leicht umsetzbare Prozesse.
Das integrierte und durchgängige Dokumentationssystem, das dafür aufgesetzt wurde, begleitet alle Schritte des Impfprozesses. Ein Ausbau zu einem Impfregister mit der Erfassung weiterer Impfungen wäre aufgrund der Flexibilität des Systems problemlos möglich
Ein Systeme für alle Schritte der Impfkampagne in RLP
Bereits bei der Registrierung für einen Impftermin in einem der rheinland-pfälzischen Impfzentren über die Website impfen.rlp.de oder das Callcenter wurden die Personendaten sowie weitere relevante Informationen, etwa zur Priorisierung oder zur medizinischen Vorgeschichte, erfasst. Diese Daten wurden in das von den impfenden Stellen verwendete Dokumentationssystem für die Impfungen weitergereicht. So war eine erneute Erfassung der Daten nicht nötig und ein höherer Durchsatz in den Impfzentren möglich.
Aufgrund der hohen Nachfrage zu Beginn der Impfkampagne wurden Termine über ein Wartelistensystem vergeben, d.h. den Bürgerinnen und Bürgern wurde nach der Registrierung ein Termin zugeteilt. Auf diese Weise konnte die Vergabe der Impftermine transparent und entsprechend den geltenden Priorisierungen vorgenommen werden. Später war die freie Auswahl eines Impftermins möglich.
Die Public Health RLP, ehemals Impfdokumentation RLP, konzipierte die
Abläufe in den Impfzentren. Einzelne Stationen des Impfprozesses, also Feststellung der Identität, Anmeldung, Anamnese, Aufklärung, Durchführung der Impfung, Nachbeobachtung und Dokumentation der Impfung, wurden optimiert und in sogenannten Impfstraßen organisiert. Diese Prozesse unterstützten das Erreichen einer hohen Impfquote.
Die Dokumentation der Impfung, auch bei Abbrüchen und Komplikationen, wurde direkt im System erfasst. Ein ähnliches Vorgehen wurde auch für die Impfung durch mobile Teams oder für die Impfung in Einrichtungen umgesetzt.
Im Laufe der Impfkampagne wurden rund 4,2 Millionen Impfungen durch Impfzentren, mobile Impfteams und verschiedene Einrichtungen dokumentiert. Dies bedeutet, dass diese Informationen auch langfristig den Personen und deren Impfhistorie zugeordnet werden können. Dokumente, beispielsweise der Digitale Impfnachweis, sind reproduzierbar und können immer wieder neu ausgestellt werden. Ebenso werden Polizeianfragen zur dokumentierten Impfungen von der Public Health RLP beantwortet.
Auch nach der Schließung der rheinland-pfälzischen Impfzentren steht das System unterschiedlichen Nutzern mit unterschiedlichen Anforderungen, beispielsweise Impfbussen, Krankenhäusern, Pflegeinrichtungen und JVAs, zur Verfügung, um getätigte COVID-19-Impfungen direkt digital zu erfassen.
Die im Rahmen des Impfprozesses notwendigen Aufklärungs- und Einwilligungsdokumente wurden in den Impfzentren personalisiert für jeden Impfling aus dem System generiert. Diese Dokumente wurden nach Abschluss der Impfung gescannt und werden nun digital unter Einhaltung der gesetzlich vorgeschriebenen Frist und aller Datenschutz- und Datensicherheitsstandards 10 Jahren digital archiviert.
Damit die Fortschritte der Impfkampagne tagesaktuell verfolgt werden können, wurde der Public Health Monitor, damals Namen OnlineIQM, eingerichtet. Auf einem übersichtlichen Dashboard sind beispielsweise die Anzahl der der veranbreichten Erst-, Zweit- und Auffrischimpfungen, Impfquoten nach Altersgruppen, kartographische Auswertungen und vieles mehr abrufbar.
So konnten diese Daten aks Grundlage für die Maßnahmensteuerung durch politische Entscheidungsträger genutzt werden.
Zahlreiche Auswertungen zu den Corona-Impfungen, die Beantwortung von Sonderanfragen aus einzelnen Kommunen oder verschiedener in den Impfprozess eingebundener Einrichtungen und Stakeholder wurden und werden je nach Anforderung zeitnah und ausführlich von unseren Experten erstellt bzw. beantwortet.
Begleitend zu den Impfungen können geimpfte Personen mögliche Impfreaktionen melden. Mehr als 1,3 Millionen Mal wurde diese Möglichkeit bereits genutzt. Diese Daten werden für die Auswertung und Forschung genutzt. Eine erste gemeinsame Studie mit dem Institut für Medizinische Biometrie, Epidemiologie und Informatik (IMBEI) zeigte, dass die Häufigkeit und das Ausmaß von selbstberichteten Impfreaktionen abhängig von den verabreichten Impfstoffen bzw. dem Impfschemata sind.
